Allgemein
| 19.12.2025

BHÖ plant dauerhafte Sicherung alter Stollenanlagen in Amstetten

Kontrollierte Verfüllung am Reitbauernberg und Kreuzberg ab Frühjahr 2026

Die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) wird ab dem Frühjahr 2026 in Amstetten zwei unterirdische Stollenanlagen am Reitbauernberg und Kreuzberg kontrolliert verfüllen. Der beginnende Verfall der Bauwerke sowie natürliche Veränderungen in ihrem Inneren erfordern eine dauerhafte Stabilisierung. Das Bauprojekt wird von der Eigentümerin der Stollen, der Burghauptmannschaft Österreich in Vertretung der Republik Österreich, geplant und umgesetzt. Im Vorfeld werden umfassende Informationsmaßnahmen über die geplanten Baumaßnahmen für die Anrainer:innen gesetzt.

Geologische Untersuchungen bestätigen Dringlichkeit der Maßnahmen

Die Stollenanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg wurden im Rahmen umfangreicher geologischer und bautechnischer Untersuchungen laufend mittels Laserscanning-Technologie auf ihre Stabilität sowie Veränderung hin überprüft. Die Ergebnisse dieser Analysen durch Geologie- und Bauingenieur-Experten bestätigen die zunehmende Instabilität der Bauwerke. Besonders die anliegenden Wohngebiete sowie die öffentliche Infrastruktur müssen durch die bevorstehenden Baumaßnahmen abgesichert werden. Daher setzt die Burghauptmannschaft Österreich ab dem Frühjahr 2026 das Bauprojekt zur Stabilisierung als langfristige Gefahrenprävention um. Sämtliche Arbeiten werden aus Sicherheitsgründen Obertage erfolgen: auf einer Strecke von ca. 1,6 km werden ca. 150 Bohrlöcher gesetzt, über die hochwertiges Verfüllmaterial in die Hohlräume eingebracht wird.

„Wir haben die Situation gründlich analysiert und die Sicherheit der Anrainerinnen und Anrainer hat für uns oberste Priorität“, betont Burghauptmann Reinhold Sahl. „Der kontrollierte Abbruch der verfallenden Stollenanlagen mittels Verfüllung bedeutet eine langfristige Stabilisierung des Untergrundes in den Wohngebieten.“

Nach dem derzeitigen Bauzeitplan sind für die Verfüllbohrungen ca. 6 Wochen veranschlagt, inkl. der Vorbereitungen und Wiederherstellungstätigkeiten ca. 7-8 Monate. Die Burghauptmannschaft Österreich wickelt das Projekt ab.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im April 2026 beginnen und sind in mehrere Phasen gegliedert – durchgeführt von Baufirmen, die auf Stollenverfüllungen spezialisiert sind. Für die Anrainer:innen wurde im Dezember 2025 eine Ombudsstelle eingerichtet und im Frühjahr ist eine öffentliche Informationsveranstaltung für interessierte Bürger:innen geplant.

Die Ombudsstelle ist unter amstetten@burghauptmannschaft.at sowie telefonisch unter +43 1 536 49-814606 erreichbar.

Die Burghauptmannschaft Österreich sorgt mit ihren rund 150 Mitarbeiter:innen für die bautechnische Instandhaltung und Betreuung von über 440 historischen Objekten in Österreich, zu denen neben der Hofburg in Wien und Innsbruck weitere historische Anlagen, wie Schloss Belvedere, Kartause Mauerbach, Schloss Ambras sowie die ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen, Gusen, Melk und Ebensee zählen.

zurück zur News-Übersicht
Nach oben scrollen